Lyrik (Auszug)

Ein Club säuft ab

von Much Estrichleger

 

Der Schreibclub, ach!, ist tief gesunken,
man kennt ihn nur mehr sturzbetrunken.
Auf Bess’rung braucht ihr nicht zu hoffen –
es gibt ihn NUR noch stockbesoffen.

Und war der Club auch einst adrett,
heut ist er nur mehr blunzenfett.
O Schreibclub, der du nichts mehr tippst,
ich kannte dich noch unbeschwipst!

Ja, früher gab’s dich auch noch ohne –
ohne Zacken in der Krone.
Ach, du mein Club, begreifst du‘s nicht?
Dichtung kommt doch nicht von „dicht“!

In deinem Drang, stets abzufressen,
hast du aufs Schreiben ganz vergessen!
Du lebst nur noch von Schnaps und Rum,
und ziellos polterst du herum.

Seht euch bloß Klippo Kraftwerk an,
der außer Saufen nichts mehr kann!
Und, pfui!, man riecht es meilenweit,
der alte Much ist dauerbreit.

Auch Astra hört man nur noch grölen,
mit rotgesoff’nen Augenhöhlen.
Und, seht doch nur!, der arme Buccan
lässt mehr Federn als ein Tukan.

Auch Amber Hauswein sieht man schwanken,
allein dem Suff gilt ihr Gedanken.
Und bei Kinaski, einst voll Witz,
reicht’s nur mehr für ‘nen Damenspitz.
 
Auch Yoko mit den glas’gen Augen
sieht man still am Flachmann saugen.
Und an Klippo Kleingelds Beuscherl
nagt jeden Tag ein neues Räuscherl.

Paulo hört man bloß noch lallen
und sieht ihn täglich tiefer fallen.
Kitty, fett wie Öl aus Raps,
säuft traurig ihren Birnenschnaps.

Zanzani schlürft, wie ein Moskito,
an seinem Lebenssaft: Mojito.
Und Tina Trash, mit leeren Taschen,
bettelt einsam um White Russian.

Und gestern, auf dem Frühjahrstanzl,
Glas an Glas mit Mario Pflanzl,
sah ich, vom Saufen schon halb blind,
das kleine Apothekerkind!

Ach!, im Club, statt regem Treiben,
herrscht leider nur noch träges Speiben.
Und sah’n wir ihn einst fröhlich feiern,
sehen wir ihn heut‘ nur ölig reihern.

Nein, da helfen keine Spenden,
der Schreibclub, der wird böse enden …
Drum schaut ihn an und merkt euch wohl:
Finger weg vom Alkohol!

Luzia und das Fünfsterne-Hamam

von Astra Korngold

 

Luzia ist mein werter Name.
Ich bin eine junge Dame
Welche tut, was ihr gefällt.
Anders als der Rest der Welt.

 

Nein, ich bin kein braves Mädchen
Im Getriebe Sand, nicht Rädchen
Zart und zotig, hold und heiß
Mein kleines Herz so kalt wie Eis.

 

Süße siebzehn, blondes Gift
Die, wenn Amors Pfeil sie trifft
In eine Boa sich verwandelt
und mit der Beute nicht verhandelt.
Alsdann rette sich, wer kann
Das Opfer ist gewiss ein Mann.

 

[...]

 

Das famose Elixier

Da Opa und mia

Der Optimist und der Lebensmüde. Ein Unterinntaler Zwiegespräch mit tödlichem Ausgang

Ich fress die ganze Welt!

Sabrinas Rücken

Wonn fong Weihnachtn u?

Die 7 Farben der Menlancholie

Vaginagesänge

Es tanzt ein Ma-Ha-Suppenmann

Im Zoo

von Buccan Faber

 

Duftend lockt den Elefant

der gelbe Himmelschlüssel.

Doch er verhält sich ignorant,

riecht nicht mit seinem Rüssel.

Und außerdem sah man ihn schlurfen

Startschluss

Schmetterling und Amor

 Von Paulo Belabonte

 

Neulich in so ’nem Chatter-Ding,

da traf ich einen Schmetterling,

der lachte, sang, war quietschvergnügt,

weshalb ich frug, woran das liegt.“

 

(...)

Benni moppelt doppelt

… kann’s zumindest werden

Elogie für eine Perle

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