Prosa (Auszug)

Aber …?

Das Autoradio

Das Ende der Schonzeit

Charlie

Augen zu und durch – The Big Sleep

Aus dem Leben eines Tragenichts

Der Annihilator

Der große Hundini

Der Mann an meiner Seite

Der Rivale

„Erster!!“

Der Tiefe Brunnen

Ein Wintermärchen

Der Weiße Wels vom Längseegrund

Ein Roadie in der Urzeit

Fünf Minuten. Ein amerikanischer Traum

Feldmarschall Krause

Geschäfte

Pineapple

Reisen heißt kreisen

Hubsi, der kleine Lausbub

Sintflut 2007 – Next Generation

„Lassen Sie mich durch, ich bin Arzt!“

Rudi, benimm dich! Oder: Keine Rückkehr des Tanzlehrers

Trapez. Die 13 Leben des Pippo Zanzani

Von der Höllenorgel zur Heldenorgel

Werktags

Willkommen im Club

Die stürmenden Schleicher

Freiherr von Spindler – der vergessene Held von Kalafat und Kufstein

Der Wasserkopf. Oder: Wie die Vögel das Fliegen lernten

Hasso. Ein Hundeleben

Josef Madersperger – ein Leben am seidenen Faden

Trotzki – ein Mann, der unter Pickeln litt

Der Nashornmann 2 – jetzt erst recht

Meine vier Wände

Wie der Inn nach Kufstein kam

Wie wir ihn kennen

Der Kristall des Frohsinns

von Astra Korngold

 

Ich werde mich kurz fassen, denn ich schreibe diese Zeilen mit meinem Blut. Der kostbare Lebenssaft wird knapp, doch ich werde mir auch noch das letzte Tröpfchen aus den Adern pressen, sofern es der höheren Erkenntnis dienlich ist. So nah war ich dem Elixier aller Elixiere, und dieses Wissen darf nicht mit mir vergehen. Mir ist großes Unrecht widerfahren, und nun, da die letzte Stunde naht, lege ich Zeugnis über den wahren Verlauf meiner Reise ab. Dies schulde ich der alchemistischen Zunft, und der geneigte Leser möge mir hierbei den offensichtlichen Mangel an Klarheit nachsehen. Hunger und Dunkelhaft trüben meine Sinne, die Ratten schnuppern an meinen pochenden Wunden, und der Pestilenzgestank in diesem Kerkerloch verätzt mir die Kehle. In meinen Eingeweiden wütet der Schmerz. Und doch empfinde ich keine Reue.


Vor meiner Abreise hatte ich alle Vorkehrungen für den Ernstfall getroffen: Das Testament war geschrieben, meine Liegenschaften waren wohlverwaltet und Frau und Kinder mit allen wesentlichen Gütern versorgt. Wohin ich ging und was meine Absichten waren, ließ ich niemanden wissen. Man hätte nur versucht, mich von meinem Ansinnen abzubringen.

 

[...]

 

Die Frühlingsmeteormorphose

Siggi Cruise

Antoníns Werk

Das Apothekerkind

Wenn es Nacht wird über Simmering

von Astra Korngold

 

Die Stille lag auf den Gräbern wie eine gefrorene Wolldecke. Es roch nach Weihrauch und Frost, und der Mond versteckte sich vor Kälte bibbernd hinter einem Wolkenschleier.


Die Turmuhr schlug zwölf Mal.
Ein Zweig knickte ein. Schnee rieselte auf ein rot leuchtendes Grablicht und schmolz an dem heißen Blech. Vom Aspangbahnhof her drang das Krachen eines Böllers.
Wieder Stille.


Dann erwachten die Toten. Zuerst war da nur ein Knistern, ein Rascheln, ein allgemeines Rumoren im Untergrund. Grabkreuze bebten, Steinplatten schoben sich knirschend zur Seite, und der Moderhauch der Gruften trug ein geschäftiges Rasseln und Klappern nach oben. Schließlich fanden knöcherne Finger den Weg ins Freie, staubige Schädel spuckten Erdklumpen auf Weihnachtsgestecke, Gerippe zogen sich an der Grabeinfassung hoch wie am Beckenrand im Schwimmbad. Ein körperloses Flüstern schwoll zu einem Raunen an und schließlich zu einem Schrei aus Tausenden längst zu Staub zerfallenen Kehlen: „Er kommt!“

 

[...]

 

Lugenbauer und die Brandstifterin

von Astra Korngold

 

Ich habe die Lugibar abgefackelt. Jawohl. Angezündet habe ich sie, abbrennen lassen habe ich sie mit allem, was drin war. Mit allen, die drin waren.
Wie das klingt. So GRAUSAM.


Obwohl, wer war da schon noch drin. Eine Handvoll durchgeräucherte Altrocker, ein paar angesoffene Amtsschimmel, ein Rudel Mäzene. Und Lugi. War er da? Ja, er war da.
Schrecklich ist das. Furchtbar, werden die Leute sagen, FURCHTBAR…
Wie kann man nur. Aber ich hatte meine Gründe.

 

[...]

 

Das Haupt des Präsidenten

Der Doktor

Der Metzger und seine Frau

Die Höhle des Wahnsinns

Die Prüfung

Der Schwimmer

Der Besuch

Das Projekt

Der Schwimmer

Eine Liebeserklärung

Wer kann das so genau wissen

Der große Bürokrator

Ein Mann

Der Waldmensch

Der liebestolle Satan

Der kleine Pepe und die bösen Drei

Der Riese und das Mädchen

Der Basilisk im Marienbrunnen

Bekenntnisse des Spitzbuben Klippo K.

Von Klippo Kraftwerk

 

Was immer diesem schändlichen Schriftstück zu Grunde liegen mag, ich kann Ihnen nur davon abraten es zu lesen. Ich heiße es kess, spitzbübisch und obszön, peinlich in Sprache und Inhalt, dazu schwerfällig und mittelmäßig im Stil, manchmal sogar überzuckert bis ins Weibische reichend. Dieser Text sollte von niemandem gelesen werden, mit Ausnahme vom Verfasser selbst, als Spiegel seiner eigenen, zutiefst schändlichen Wesensart.

 

(...)

Der Ausreißer

Beim Bäcker

Last Christmas

Der Techniker

Das Glück liegt nah am Nichts

Dein Schwanz gehört mir

Ich träumte mir nen Floh

Der Kaiser, die Stadt und das Reisfeld

Die letzte Prüfung des Roe

Bastians Begegnungen: Das Quintett

Die Welt danach: William und Junul

Von Paulo Belabonte

 

Abgesehen von gelegentlichen Mahnungen der Vorgesetzten, die seine Arbeitsberichte immer zu positiv und emotionsgeladen fanden, war William vor allem deshalb bei seinen Kollegen sehr beliebt, weil er nie klagte, wenn er länger arbeiten musste oder seine Ablöse Verspätung hatte. Richtige Freunde hatte er jedoch nicht.


Junul, der nach dem Tag seiner Geburt, der Sommersonnenwende, benannt war, machte es auch nichts aus, wenn er den stumpfen Lärm der anderen hinter sich lassen konnte, war er doch in der Einsamkeit viel empfänglicher für fremde Gedanken und Gefühle.

 

(...)

Adam Schneider sieht Gespenster

Leben ist Leben: Unverhofftes Glück

Futurecops: Duell auf Asan 7

Von Paulo Belabonte und Astra Korngold

 

Zaghaft berührte ich mit meinem linken Daumen den Sensor Null. Ein Klicken erklang. Schon mutiger aktivierte ich die Eins mit dem rechten Daumen, das Klicken wiederholte sich. Linker Zeigefinger Zwei, rechter Drei, im Wechsel Vier, Fünf, Sechs. Kurzer Blick über die Schulter, tief Luft geholt, Sieben, linker kleiner Finger Acht, rechter kleiner Finger Neun.

 

Ein leichtes Zittern ging durch die Tür, als sich in ihrer Mitte ein Loch bildete, das rasch größer wurde. Faustgroß, kopfgroß, schafgroß, menschengroß. Ein Schwall merkwürdiger Luft zog an mir vorbei, nicht faulig, aber auch nicht lebendig.  Und plötzlich erstrahlte ein Licht, wie ich es noch nie gesehen hatte, und aus dem Nichts und von überall zugleich erklang die Stimme einer Frau: „Willkommen“

 

(...)

Viktors Entdeckungen

Von Paulo Belabonte

 

Mit 14 war Viktor mit Pjotr aus der Nachbarschaft zum Eisangeln an den Stausee östlich vom Dorf gewandert. Der fröhliche Ausflug fand mit einem lauten Knacken und Krachen jedoch ein jähes Ende, und eh er reagieren konnte, brach Viktor durch das Eis.

 

Das Wasser war kalt, sauschweineverfluchtbitterkalt, es drang im Nu vor bis in sein Innerstes, wo es sein Lebensfeuer angriff. Sein Wintermantel sog sich voll und wurde beinahe untragbar schwer, seine Winterstiefel zogen ihn nach unten, seine Hose hatte ihr und damit sein Gewicht vervielfacht. Als guter Schwimmer hatte er sich zunächst zwar an die Oberfläche zurückkämpfen können, doch jedes Mal, wenn er nach dem Rand des Lochs griff, brach wieder ein Stück Eis ab, und aus seinem Schock wurde rasch Panik, bald Todesangst, als er seine Kräfte schwinden spürte.


Sich auf dem Bauch vorsichtig nach vor schiebend konnte ihn Pjotr schließlich doch noch erreichen, fassen, aus dem Wasser ziehen. Mühsam schälte er Viktor aus Teilen der triefendnassen Kleidung, bot ihm seine himmlisch trockene Jacke und Socken an und den Wodkarest. Dann half er ihm auf die Beine und kündigte mit gebrochener Stimme an, dass sie so schnell wie möglich ins Dorf zurückkehren mussten. Was sie, auch wenn sich Viktor nicht mehr daran erinnern konnte, wie, schließlich auch schafften. Trotzdem ließ die Erkältung nicht lange auf sich warten und wuchs sich rasch zu einer Lungenentzündung aus. Der Distriktsarzt musste kommen.

 

(...)

O.C. Kreidezeit

Ab morgen nur noch silber tragen

Druckversion Druckversion | Sitemap
(C) 2018 Der Schreibclub